„WIRD ZEIT, DIE TECHNOLOGIE DER VERBRENNER ZU VERABSCHIEDEN“: LESER ZU E-AUTO-BOOM

Ein globaler Trend mit offenem Streitpunkt: Gastautor Jan Rosenow beschreibt wachsende E-Auto-Verkäufe, Norwegens Anreize und Chinas führende Rolle auf dem Markt. Ein großes Leserlager hält den Erfolg vor allem für staatlich gestützt und verweist auf Kosten sowie praktische Nachteile. Andere Leser schildern dagegen günstige und komfortable Erfahrungen im Alltag, während eine weitere Perspektive die Folgen politischer Vorgaben und künftiger Steuern in den Mittelpunkt rückt. In den Kommentaren treffen Vertrauen in technische Entwicklung und Zweifel an der politischen Steuerung aufeinander.

Verteilung der Lesermeinungen

E-Autos funktionieren nur mit Subventionen

Mit 41 Prozent stellt dieses Lager die größte Perspektive der Debatte. Skeptiker werten die genannten Steuerbefreiungen und weiteren Vorteile in Norwegen als Beleg dafür, dass sich Elektroautos ohne Kaufprämien und steuerliche Entlastungen kaum durchsetzen; sie verweisen zudem auf Lücken beim Laden, begrenzte Reichweiten, Batterieprobleme, hohe Strompreise, Wertverlust und Umweltkosten der Batterieproduktion. Auch die Beispiele aus China, Norwegen und Äthiopien überzeugen sie nicht, weil sie deren Erfolg an besondere staatliche Eingriffe und Bedingungen knüpfen.

„Wenn etwas ständig wie „saures Bier“ angepriesen wird, bin ich direkt skeptisch, denn dann stimmt etwas nicht. Wirklich gute Konzepte setzen sich ohne Subventionen und Schönreden durch.“ Zum Originalkommentar

„So sieht es aus in Norwegen. Wenn man erhebliche finanzielle Vorteile hat, kauft man ein E-Auto. Sonst eher nicht.“ Zum Originalkommentar

„Viert­höchster Strompreis weltweit, von den Kosten des Ladestroms ganz zu schweigen. „Bermuda“ hat noch einen höheren Strompreis. Aber da wird Strom wohl noch in Batterien angeschleppt…“ Zum Originalkommentar

„Reichweite: Bei den Einstiegsmodellen ist sie mir noch zu gering.“ Zum Originalkommentar

„Die Stimmen der Lobbyisten jeglicher grüner Orientierung – hier: E-Mobilität – prasseln in endloser Folge wieder einmal auf das Publikum. Dabei wie üblich nie das ganze Bild. Dass die E-Mobilität massiv staatlich gefördert wird, fällt dabei wie üblich unter den Tisch. Wie viele andere Fakten auch; z. B. Umweltbelastung bei Gewinnung ihrer Komponenten (Batterien) sowie ihre hohen Systemkosten. Dass in den Zukunftsmärkten der Dritten Welt, wo die jungen Leute vom Moped aufs PKW umsteigen wollen, auf ganz viele Jahre die E-Mobilität flächendeckend keine Chance hat, wird auch gern verschwiegen. Solange kein „one level playing field“ zwischen Verbrennertechnologie (China, das selbst kein Verbrennerverbot kennt, entwickelt diese auch für den Einsatz in der Dritten Welt weiter) und E-Mobilität besteht, ist das alles unglaubwürdig.“ Zum Originalkommentar

E-Autos sind praktischer Alltagssieg

26 Prozent der Beiträge sehen Elektromobilität bereits als alltagstaugliche Alternative zum Verbrenner. Sie setzen den im Artikel beschriebenen globalen Verkaufszahlen eigene Erfahrungen entgegen: Laden zuhause, niedrige Betriebskosten und Zuschüsse wie die THG-Quote machen das E-Auto aus ihrer Sicht bequem und wirtschaftlich. Für diese Leser zeigt gerade die persönliche Zufriedenheit, dass die Technik nicht nur in den Märkten Norwegens oder Chinas, sondern auch im Alltag vieler Autofahrer funktioniert.

„Hier treten wieder gehäuft die Bedenkenträger auf. Ihr ahnt gar nicht, wie schön es ist, mit einem meiner zwei E-Autos an einer Tankstelle vorbeizufahren. Ich lade fast nur zu Hause, Kosten sind unter 5 Euro pro 100 km. Die THG-Quote brachte dieses Jahr 640 Euro. Ich fahre also fast umsonst. Zahlt alle ruhig weiter, ich genieße den großen Komfort meiner günstigen E-Autos.“ Zum Originalkommentar

„Solch ein Artikel darf eigentlich bei FO nicht erscheinen. Denn hier herrscht immer noch die Meinung vor, dass E-Autos “linksgrüne Ideologie” sind und die Verbrenner niemals ersetzen können. Wir fahren seit 4 Jahren nur noch elektrisch. Nach einer kurzen Eingewöhnung können wir uns heute überhaupt nicht mehr vorstellen, jemals wieder zu einem Verbrenner zurückzukehren. Zu groß sind für uns die Vorteile der E-Mobilität.“ Zum Originalkommentar

„Heute wieder einige Stunden gratis Strom dank Sonne und Wind. Damit fährt es sich angenehm günstig und finanziert gleichzeitig keine Schurkenstaaten, sondern unterstützt regionale Erzeuger.“ Zum Originalkommentar

„Toller Artikel! Es wird Zeit, diese Technologie der Verbrenner nach 140 Jahren zu verabschieden. Interessant ist, dass es die gleichen Argumente beim Umstieg von analoger auf digitale Fotografie gab. Auch da gab es anfangs überwiegend Skeptiker. Klar, eine andere “Liga”, dennoch gleiches Verhalten. Wer kauft heute noch eine analoge Kamera?“ Zum Originalkommentar

„Der E-Auto-Boom ist genau so weit, wie die Zulassungszahlen sagen. Dort findet man ganz genau, wie weit er ist. Sehr genau.“ Zum Originalkommentar

Politik und Steuern formen die Zukunft

Bei 23 Prozent der Leser steht weniger die Technik als die politische Steuerung im Zentrum. Sie diskutieren die im Artikel geschilderten norwegischen Steuervergünstigungen und weiteren Anreize, mögliche Verbote, die Kosten der Förderung sowie die Frage, wie der Staat sinkende Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer ausgleicht. Außerdem fordern sie einen genaueren Blick auf Flottenzahlen und soziale Folgen der Umstellung und verbinden Chinas wachsende Marktrolle mit der Sorge, dass deutsche Förderpolitik vor allem ausländische Hersteller stärkt.

„Norwegen als Beispiel anzuführen – mit den Preisaufschlägen für herkömmliche Autos. Lasst Trump noch etwas weiter wüten, und er führt eine E-Auto-Strafsteuer ein, sodass sich kein Amerikaner mehr ein E-Auto kauft bzw. leisten kann. Mit Strafsteuern und Steuergeschenken kann man vieles auf dem Markt durchboxen, das sich sonst nie durchgesetzt hätte.“ Zum Originalkommentar

„Ehrlicher ist es, wenn Firmenflotten herausgerechnet werden. Und eigene Zulassungen.“ Zum Originalkommentar

„Wer zum Zeitvertreib mit einem Kraftfahrzeug unsere Straßen nutzt, dem kann man Elektromobilität sofort zumuten. Dem kleinen Rentner, der nur notwendige Fahrten durchführt und kein Geld für die hohen Benzinpreise hat, dem sollte man mehr Zeit geben zur Umstellung. Politik im Rambostil ist auch nicht demokratisch.“ Zum Originalkommentar

„Ihr werdet euch wundern, wenn bei den E-Autos auf gefahrene Jahreskilometer Steuern berechnet werden. Warum? Na ja, wenn jeder E-Auto fährt, fehlen dem Staat Steuereinnahmen vom Benzin. Das muss er irgendwie ausgleichen…“ Zum Originalkommentar

„Es wurde bereits geschrieben: Bei der Betrachtung von dem Experten Rosenow wird vollkommen vergessen, dass die staatliche Förderung diesen Pseudo-Boom unterstützt. Diese muss nur so lange aufrechterhalten bleiben, bis es keine Verbrenner mehr gibt. Ferner muss die Regierung aufpassen, dass sie rechtzeitig umschaltet und auf E-Autos Kfz-Steuer erhebt. Gespannt bin ich, wie der Ausgleich durch die dann fehlenden Einnahmen auf die Kraftstoffsteuern ausgeglichen wird.“ Zum Originalkommentar

Andere Meinungen sowie sarkastische Beiträge

10 Prozent der Beiträge bestehen aus sarkastischen, rhetorischen oder themenfremden Einwürfen. Sie greifen den im Artikel verwendeten Begriff des E-Auto-Booms punktuell auf, entwickeln aber keine klar zuordenbare Position zu den weltweiten Verkaufszahlen, den Anreizen in Norwegen oder dem Einfluss Chinas.

„E-Auto-Boom? Mit 87.000 Schuhlöffeln?“ Zum Originalkommentar

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2026-09-07T08:23:51Z