E-Mobilität in Achim
Immer mehr Menschen steigen auf gedrosselte Elektroautos um, die bereits ab 15 Jahren gefahren werden dürfen. Doch die Fahrzeuge haben oft nur Gurte und keine Sicherheitssysteme wie ABS.
Achim – Auch auf den Straßen Achims sind 45-km/h-Autos unterwegs. Die Fahrzeuge können mit einem sogenannten Rollerführerschein gefahren werden, der bereits ab 15 Jahren die Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht. Zudem fallen weder eine Hauptuntersuchung noch die Zahlung einer Kfz-Steuer an. Diese und weitere Umstände machten die Autos für Nutzer besonders attraktiv, erklärt Richard Filusch, der das Autohaus Filusch in Baden betreibt und sich komplett auf E-Mobilität spezialisiert hat.
Jene E-Mobilität sei ein weiterer Faktor, der das Angebot so interessant mache. Die auf 45 km/h gedrosselten Autos können als Elektroautos erworben werden, die sich bereits an einer normal gebräuchlichen Steckdose aufladen lassen. Eine sogenannte Wallbox ist für sie somit nicht erforderlich. Aber auch die Kosten spielen eine große Rolle. „Das Ganze ist definitiv im Trend, vor allem wegen der Spritpreise“, erläutert Filusch. Immer mehr Kunden würden auf Elektroautos umsteigen und dies vor allem mit den Kosten begründen. Gerade die 45-km/h-Autos böten dabei viele Vorteile.
Die Nutzung in Achim und Umgebung sei naheliegend, da vor allem Stadt- und Landstraßen mit den Autos befahrbar seien. Oft würden sie auch in Großstädten wie Bremen oder Hamburg veräußert. „Wir verkaufen diese Modelle in alle Himmelsrichtungen“, so Filusch. Als weitere Vorteile benennt er die kompakte Größe der Fahrzeuge, die die Parkplatzsuche erleichtern könne, sowie erschwinglichere Versicherungskosten, da hier lediglich ein kleines Versicherungskennzeichen benötigt werde.
Es gibt auch kritische Stimmen: Der ADAC bemängelt die Sicherheit der Fahrzeuge. Die Autos unterliegen nicht den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen, die für normale Pkw gelten. Vor allem die Sicherheit der Insassen würde leiden, da die Modelle neben Sicherheitsgurten und lediglich optionalen Fahrerairbags oftmals keine weitere Sicherheitsausstattung vorweisen könnten. Meist seien Sicherheitssysteme wie ABS nicht einmal gegen Aufpreis erhältlich.
Der Verband rät außerdem von einer Nutzung für Nachtfahrten ab, da sich die etwas anderen Autos optisch in der Dunkelheit nur schwer von herkömmlichen Fahrzeugen unterscheiden ließen und ihre Geschwindigkeit somit von anderen Verkehrsteilnehmern falsch eingeschätzt werden könne. Auch die Tatsache, dass der erforderliche Rollerführerschein auf einem Fahrzeug mit zwei Rädern absolviert werde, steht in der Kritik. Für Fahranfänger könnte es eine Schwierigkeit darstellen, sich an die Fahrt in einem Auto mit vier Rädern zu gewöhnen. Ein Fahrtraining mit einem passenden Fahrzeug wird von Experten deshalb wärmstens empfohlen.
Richard Filusch dagegen sieht in puncto Sicherheit kein Problem. Er betont, dass die 45-km/h-Autos noch immer mehr Schutz böten als etwa E-Roller oder Motorräder, da die Nutzer sich während der Fahrt in einer Kabine aufhielten, die für eine zuverlässigere Fahrt sorge als die Alternativen auf zwei Rädern.
Ein klares Urteil über die Nutzung der 45-km/h-Autos lässt sich nicht fällen. Die Entwicklung hin zu dieser Alternative sowie der generell immer weiter voranschreitende Umstieg auf E-Mobilität lassen sich jedoch auch in Achim nicht leugnen.
2026-07-19T17:33:11Z