Viele Basismodelle ausgelaufen
Kleinwagen standen lange für günstige Mobilität – doch inzwischen sind viele Spar-Modelle Geschichte. Die verbleibenden Verbrenner sind viel teurer geworden.
München – Früher stellte sich oft die Frage: Lieber einen etwas größeren und PS-starken Gebrauchtwagen oder einen günstigen Kleinwagen? Inzwischen ist diese Fragestellung immer seltener. Der Grund ist simpel: Es gibt kaum noch wirklich billige, kleinere Neuwagen. Eine aktuelle Analyse des ADAC zeigt, dass die Basispreise für Klein- und Kleinstwagen mit Verbrennungsmotor seit 2013 im Schnitt von 13.244 Euro auf 25.357 Euro im Jahr 2025 gestiegen sind – ein Plus von rund 91 Prozent. 2026 sank der Durchschnittspreis zwar leicht auf 24.117 Euro (ein Anstieg von rund 82 Prozent), doch von den einstigen Einstiegspreisen ist das Segment weit entfernt.
Besonders drastisch zeigt sich der Trend am Beispiel des Opel Corsa: Kostete das Basismodell 2013 noch 11.980 Euro, sind es heute 22.890 Euro – ein Anstieg um 94,8 Prozent. Dazu kommt: Viele der einst erschwinglichen Kleinwagen gibt es schlicht nicht mehr. Die Hersteller begründen das mit hohen Entwicklungskosten für strengere Abgasnormen und aufwendigere Sicherheitsausstattung, die sich bei kleinen, margenschwachen Modellen nicht lohnen. Ausgelaufen sind unter anderem:
Wer heute einen klassischen Verbrenner-Kleinwagen sucht, findet zum Beispiel den VW Polo (ab 20.380 Euro), den Opel Corsa (ab 23.340 Euro), den Peugeot 208 (ab 24.480 Euro) oder den Mini 3-Türer (ab 25.500 Euro) – allesamt deutlich teurer als noch 2020. Der Mini 3‑Türer startete damals beispielsweise bei 17.254 Euro.
Bei den Elektro-Kleinwagen sieht es etwas besser aus: Der Dacia Spring ist bereits ab 16.900 Euro erhältlich, der Leapmotor T03 ab 18.990 Euro, der Renault Twingo Electric ab 19.990 Euro und der Citroën ë-C3 ab 20.140 Euro. Auch der BYD Dolphin Surf (ab 22.990 Euro), der Hyundai Inster (ab 24.650 Euro) und der VW ID. Polo (ab 24.990 Euro) positionieren sich im erschwinglichen Bereich.
Insgesamt zählt der ADAC in seiner Analyse inzwischen 37 elektrische Kleinwagenmodelle – deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Bald will beispielsweise auch der chinesische Hersteller Geely hierzulande mitspielen: mit dem E2, der bei 19.900 Euro starten soll.
Während die Preise für Verbrenner-Kleinwagen seit 2013 fast kontinuierlich gestiegen sind, verläuft die Entwicklung bei E-Kleinwagen anders: Bis 2024 zogen die Preise ähnlich stark an, seit 2025 zeigt die Kurve jedoch nach unten. Der Durchschnittspreis für Elektro-Kleinwagen liegt aktuell bei 29.716 Euro – höher als bei Verbrennern, aber mit sinkender Tendenz.
Einzelne Modelle wurden sogar günstiger: Der Fiat 500 Elektro kostete 2024 noch 29.490 Euro, heute sind es 25.990 Euro. Beim Mini Cooper Electric sank der Einstiegspreis von 32.900 Euro (2024) auf 27.500 Euro. Andere Modelle wie der Peugeot e-208 wurden dagegen weiter teurer, von 29.682 Euro (2020) auf inzwischen 36.675 Euro. (Quelle: ADAC, eigene Recherche) (sop)
2026-09-07T08:29:46Z