AUTO: NEUWAGEN WERDEN IMMER SCHWERER – NUR NOCH ZWEI MODELLE UNTER EINER TONNE

Ein Boom bei SUVs und Geländewagen, immer mehr Elektronik, dazu das Gewicht von E-Motoren und Batterien: Neue Autos sind meist schwer. Das Durchschnittsgewicht lag 2023 bei 1,7 Tonnen – deutlich mehr als vor zehn Jahren.

Es gibt immer weniger Neuwagen mit einem Gewicht von weniger als einer Tonne. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) listet in seiner Statistik der Neuzulassungen für 2023 nach Umweltmerkmalen nur noch zwei Modellreihen unter dieser Grenze auf: die Kleinwagen Mitsubishi Mirage mit 954 Kilo und Suzuki Ignis mit 971 Kilo. Noch 2022 führte das KBA vier Modellreihen unter einer Tonne, vor zehn Jahren sogar noch 15.

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Für die beiden Modellreihen verzeichnet das KBA knapp 19.000 Neuzulassungen, das ist deutlich weniger als ein Prozent der Neuzulassungen. Wie viele einzelne Fahrzeuge unter einer Tonne genau zugelassen wurden, geht daraus allerdings nicht hervor, da in der Statistik nur ein Wert für die ganze Modellreihe genannt wird. Je nach Ausstattung und Motorisierung kann das Gewicht des einzelnen Fahrzeugs abweichen. Daher ist es auch möglich, dass einzelne Autos aus Modellreihen, die beim KBA mit mehr als einer Tonne geführt werden, doch unter der Grenze bleiben.

Auf der anderen Seite des Spektrums stehen drei Modellreihen mit mehr als drei Tonnen. Mit 3472 Kilo Leergewicht führt der Cadillac Escalade das Ranking deutlich an. Die Nummer zwei, der Mercedes Maybach, kommt mit 3027 Kilo erst weit dahinter, gefolgt vom Ineos Grenadier mit 3002 Kilo. Alle drei Fahrzeuge sind in Deutschland selten, zusammen kamen sie 2023 auf nur etwas mehr als 1000 Neuzulassungen.

Auf mehr als zweieinhalb Tonnen kommen allerdings zwei Dutzend Modellreihen und Zehntausende Autos aus den Segmenten SUV, Geländewagen und Oberklasse. Die genaue Zahl zu nennen, ist dabei nicht möglich, denn das KBA gibt pro Modellreihe immer nur ein Gewicht an, die einzelnen Autos können dann aber nach Motorisierung oder Ausstattung abweichen.

Im Durchschnitt wog ein Neuwagen in Deutschland 2023 laut KBA 1696 Kilo. Hier werden allerdings die schweren Wohnmobile und Utilities mitgezählt, die den Schnitt um etwa 50 Kilo nach oben ziehen. Im Vergleich zu 2022 ergibt sich zwar keine Veränderung, auf lange Sicht ist sie allerdings deutlich: Noch 2013 lag das Durchschnittsgewicht bei 1475 Kilo.

Die schwersten Neuwagen sind Verbrenner

Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind besonders kleine Autos für die Hersteller weniger attraktiv, weil sie typischerweise niedrigere Margen abwerfen. Dagegen boomen SUV und Geländewagen. Und auch der steigende Einsatz von Sicherheits- und Assistenzsystemen sowie der Bequemlichkeit dienenden Gadgets trägt zur Entwicklung bei. Besonders stark machen sich hier aber Hybride und vor allem reine Elektroautos bemerkbar. Die großen Batterien der reinen Stromer sowie der zusätzliche Elektromotor und die kleineren Batterien der Hybride haben viel Gewicht.

An der Spitze der Gewichtsskala stehen allerdings Verbrenner. Der Escalade beispielsweise wird in der Regel von einem Benzinmotor angetrieben. Selbst nach den oft eher optimistischen offiziellen Messungen liegt der Verbrauch bei 13 Litern Benzin auf 100 Kilometer und der Ausstoß bei mehr als 300 Gramm CO₂ pro Kilometer. Andere Fahrzeuge in der Klasse über zweieinhalb Tonnen verbrauchen teilweise noch zwei oder drei Liter mehr.

Bei weniger als 1200 Kilo Gewicht finden sich bei den Benzinmotoren hingegen meist offizielle Verbräuche mit einer fünf vor dem Komma und CO₂-Ausstöße von etwas mehr als 100 Gramm pro Kilometer.

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