VW UND CO.: EXPERTE MIT KNALLHARTER VERBRENNER-ANSAGE – „WER WILL DENN ERNSTHAFT GLAUBEN?“

VW und auch andere Automobilhersteller haben Kurs auf die Elektromobilität genommen und sich ehrgeizige Ziele gesteckt, um die E-Wende zu schaffen. Das Problem: Das Angebot stößt bei den Kunden nicht auf erhofften Anklang. Zwar finden immer mehr Fahrer den Weg zum E-Auto, doch die Skepsis angesichts der Preise und auch der Ladeinfrastruktur bleibt.

Kein Wunder, dass die Diskussionen um das Verbrenner-Verbot immer wieder aufflammen. Jetzt hat sich auch die Niedersachsenmetall in die Debatte eingeschaltet – mit einer klaren Position.

VW und Co.: „Wer will denn ernsthaft glauben, dass…“

Die Meinung des Hauptgeschäftsführers des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall ist klar: Die Entscheidung müsse „korrigiert“ werden. „Wer will denn angesichts der tiefsitzenden Verbrauchervorbehalte gegenüber der E-Mobilität allein in Deutschland und Europa ernsthaft glauben, dass wir in absehbarer Zeit einen globalen Umstieg auf klimafreundliche Mobilität nur über Neuzulassen von E-Fahrzeugen schaffen?“, sagt Volker Schmidt gegenüber der „F.A.Z.“.

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In den Augen von Schmidt seien E-Autos „Ladenhüter“. Hersteller und Zulieferer würden auf ihren Produkten sitzenbleiben. Kapazitäten für die E-Komponenten seien nicht ansatzweise ausgelastet. Und das zeigten auch die Verkaufszahlen des Jahres. Anfang April zog der Konzern eine erste Bilanz und musste feststellen: Der Absatz bei den E-Auto-Auslieferungen ging nach unten. Der der Verbrenner hingegen nach oben. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres legten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren um vier Prozent auf 1,97 Millionen zu. Bei den vollelektrischen Fahrzeugen indes gab es einen Rückgang von drei Prozent (wir berichteten).

Verbrenner-Hype statt Verbrenner-Verbot?

Auch in Amerika merke VW die Zurückhaltung bei E-Modellen. Zuletzt sprach Amerika-Boss Pablo Di Si mit Händlern in den USA. Und die berichteten sogar von einem regelrechen „Verbrenner-Hype“ (mehr dazu hier). Kein Grund allerdings für den Konzern, den Kopf in den Sand zu stecken. Man halte an den E-Plänen fest, auch, wenn der Weg dahin vielleicht etwas länger dauere. Das bekräftigte auch VW-Boss Oliver Blume zuletzt. Man wolle an den CO2-Vorgaben der EU festhalten. Mit einem kleinen Aber: Die Zwischenziele, die müsste man zur Entlastung der Branche etwas entschärfen, heißt es bei der „F.A.Z.“.

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Niedersachsenmetall-Geschäftsführer Schmidt hingegen appelliert für eine Kehrtwende. Seine Idee: Technologieoffenheit. So müssten Konzerne wie VW auch Platz für „grüne Verbrenner“ schaffen. Auch Wasserstoffantrieb sollte in seinen Augen diskutiert werden. (mit dpa)

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